Unser Programm im Mai

     © Edition Don Quichotte  

Pascal Manoukian liest aus seinem Roman Nachtvögel (sujet verlag)  
Aus dem Französischen von Dorothee Calvillo

Datum:    Dienstag, 22.5.2018
Zeit:        19.30 Uhr  Eintritt: € 5,-
Anmeldung unter: brigitte.zinke@institutfrancais.de
Ort:         Institut Franҁais de Hambourg, Heimhuder Str. 55
Kooperation mit dem Institut Franҁais de Hambourg, dem bureau du livre und dem sujet verlag

Manoukian sagt von sich, es seien seine armenischen Wurzeln, die ihn immer wieder die Finger in die Wunden dieser Zeit legen ließen: Konflikte, Krisenherde und das Los derer, die am falschen Ort zur falschen Zeit zur Welt kamen. Europa 1992. In Villeneuve-le-Roi bei Paris treffen sie aufeinander: Virgil, der in einem LKW-Unterboden aus Moldawien geflohen ist, Chanchal aus Bangladesch und der Somalier Assan, der seine Tochter Iman vor Bürgerkrieg und Unterdrückung zu retten versucht. Sie kommen als Vorhut der vielen, die in den darauffolgenden Jahren Europas Grenzen überwinden werden. Als „Sans-Papiers“ schlagen sich die vier in Frankreich durch, bilden eine Schicksalsgemeinschaft, erleben Misshandlung, Ausbeutung und Verachtung, aber auch Solidarität und Menschlichkeit. Manoukian lädt uns ein, „..einen neuen Blick auf die Immigration zu werfen, auf diejenigen, für die das Exil eine Frage des Überlebens ist.“ (Der Freitag). „Die Geschichte wird auf zutiefst menschliche Weise erzählt, von innen heraus, denn dort findet sich das, was keine Kamera, keine Reportage erfassen kann.“ (Le Figaro littéraire)
Moderation: Julie Müller
Svenja Huckle dolmetscht und liest die deutschen Texte

Pascal Manoukian war Pressefotograf, Journalist und Leiter der Medienagentur Capa. In der 2013 erschienenen Reportagen-Sammlung Le diable au creux de la main verarbeitete er seine Erfahrungen als Reporter in den Konfliktregionen der Welt. Nachtvögel ist sein erster Roman, im Original erschienen unter dem Titel Les échoués, mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit dem Prix Première und dem Prix Mieux comprendre l’Europe.

 

 

     © Fred Filkorn

Nell Zink liest aus ihrem Roman Nikotin (Rowohlt)

Datum:  Donnerstag, 24.5.2018
Zeit:      19.30 Uhr   Eintritt: € 7,-/ 5,-
Ort:       Literaturhaus Hamburg

Dreizehn Jahre lang lebt die US-amerikanische Autorin Nell Zink in Tübingen, um dort zu promovieren. Geschrieben hatte sie schon lange, veröffentlicht hat sie erst Jahre später. Erst mit 50 hatte sie Erfolg, entdeckt hat sie Jonathan Franzen. Mit ihrem Debüt Mauerläufer wurde sie blitzartig bekannt. Seit 2013 lebt sie in der brandenburgischen Kleinstadt Bad Belzig und hat nicht vor, in die USA zurückzukehren. Im Zentrum ihres neuen Romans steht eine anarchische Hausbesetzer-WG in Jersey City, die im raucherfeindlichen Amerika ausgerechnet ihr Hang zum Nikotin verbindet. Nell Zink hat eine witzige, kluge und böse Satire über die US-amerikanische Gegenwart geschrieben.
Alexander Häusser moderiert und liest
Aus dem Englischen von Michael Kellner

Nell Zink, geb. 1964 in Kalifornien, wuchs im ländlichen Virginia auf. Sie studierte am College of William and Mary Philosophie und promovierte später im Fach Medienwissenschaft an der Universität in Tübingen. Heute lebt sie in einer Kleinstadt südlich von Berlin. Der Mauerläufer galt als das interessanteste Debüt in 2016. „ … ihre Sätze und Geschichten sind so stark und überzeugend, dass man sich ihnen nicht entziehen kann.“ (Jonathan Franzen)

 

Veranstaltungen des Literaturzentrums Juni 2018

 

 

    © Gene Glover
Angelika Klüssendorf liest aus
ihrem Roman Jahre später  (Kiepenheuer & Witsch)

Datum:  Sonntag, 3.6.2018
Zeit:      17.00 Uhr Eintritt: € 12,-/8,- inkl. Tee
Ort:       Schloss Agathenburg, Hauptstraße
Kooperation mit der Kulturstiftung Schloss Agathenburg (www.schlossagathenburg.de)
Karten unter T. 04141.64011 oder bei uns T. 040.227 92 03 oder Mailto: info@schlossagathenburg.de
oder lit@lit-hamburg.de

Mit ihren Romanen Das Mädchen und April erreichte Angelika Klüssendorf große Aufmerksamkeit (u.a. Nominierungen für den Deutschen Buchpreis). Sie beschreibt darin die widrigen Umstände, unter denen eine junge und starke Frau ihren Weg ging. Ihr neuer Roman handelt von Aprils Ehe, einer intensiven, schließlich toxischen Liebesbeziehung, die zu Ende geht. Die Partner, beide radikale Einzelgänger mit einem eigenwilligen Abstand zur Welt, passen anfangs gut zueinander, heiraten und bekommen ein Kind. Ijoma Mangold: nannte Jahre später in der ZEIT „ … ein streng komponiertes Buch, das psychologische Urmuster darstellt, ohne je voyeurhaft oder indiskret zu werden.“ Die Bilder, die Klüssendorf für das Scheitern der Ehe wählt, sind „ … prägnant und scharf wie ein Messer, das lautlos durchs Fleisch schneidet.“ (Zeit Online). 

Moderation: Carola Ebeling

Angelika Klüssendorf, geb. 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis zur ihrer Übersiedlung in den Westen 1985 in Leipzig. Heute in der Nähe von Berlin. Sie veröffentlichte u.a. die Erzählungen Sehnsüchte und Anfall von Glück, den Roman Alle leben so, die Bände  Aus allen Himmeln und Amateur. .
 

 

    © Bothor2018
Stanisław Strasburger liest aus
seinem Roman Der Geschichtenhändler (Secession)

Datum: Dienstag, 12.6.2018
Zeit: 20.00 Uhr Eintritt: zahle, soviel Du willst
Ort: W 3, Nernstweg 32-34, Altona
In Kooperation mit literatur altonale, der  Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg und
der W 3

Der zwischen Warschau, Köln und Berlin pendelnde polnische Autor Strasburger hat selbst einige Jahre im Libanon, in Syrien und Jordanien verbracht. Sein in Ich-Form geschriebener Roman (aus dem Polnischen übersetzt von Simone Falk) liefert Momentaufnahmen aus der Zeit kurz vor den gewaltsamen Konflikten in Syrien. Es ist ein Roman über das Verstehen und Missverstehen, wenn sich Kulturen begegnen. Das Ich und seine Verlorenheit in der Fremde stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Politik. „Wir brauchen heute viel Mut“, sagt er, „unsere politische Gegenwart neu zu denken.“ Besonders wichtig sei es, an der Idee eines Weltbürgertums festzuhalten.
 
Moderation: Pawel Sprawka

Stanisław Strasburger, geb. 1975 in Warschau, ist Schriftsteller, Journalist und Kulturmanager und lebt zurzeit in Berlin. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Orientwissenschaften und Psychologie in Warschau, Köln und Bonn und ist Initiator von diversen Kulturprojekten zwischen Deutschland, Polen und dem Nahen Osten. Außerdem arbeitet er als Pädagoge in den Bereichen Kunst, Multikulturalität und Geschichte.
 

 

    © gezett.de
Lyrik zur Teatime 
Sylvia Geist liest aus
ihrem neuen Lyrikband Fremde Felle  (Hanser)

Datum:  Sonntag, 17.6.2018
Zeit:      17.00 Uhr Eintritt: € 7,-/5,-
Ort:        Literaturhaus

Die mehrfach ausgezeichnete Lyrikerin Geist gilt als Meisterin der Sprachalchemie. Auf faszinierende Weise verbindet sie Poesie und Naturwissenschaft. Die Wirklichkeit ist poetisch, schreibt sie, „.. genau in den Augenblicken, in denen sie uns fremd vor Augen tritt.“ Mit klarem Blick und in sinnlichen Bildern durchleuchtet sie die Absurdität der Verhältnisse. Hingerissen begibt sich Nico Bleutge (SZ) mit ihr „ … auf eine Reise durch Berlin, Polen, Märchen und flüchtige Identitäten.“

Sylvia Geist, geb. 1963 in Berlin, hat Lyrik und Prosa veröffentlicht. Außerdem übersetzte sie Gedichte von John Ashbery, Peter Gizzi und Chirikure Chirikure. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Lyrikpreis Meran und der Adolf-Mejstrik-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Bei Hanser Berlin erschien zuletzt der Gedichtband Gordisches Paradies, für den sie den ver.di-Literaturpreis erhielt.
 

 

   © Phillip Kammiak
Hamburger Lesefrühstück
Ilinca Florian liest aus
ihrem Debüt Als wir das Lügen lernten (Karl Rauch Verlag)

Datum:  Samstag, 23.6.2018
Zeit:       Lesung um 12.00 Uhr
Einlass und Buffet: 11.00 h
Eintritt
: € 20,- (inkl. Buffet + Lesung)
Ort:      Literaturhotel Wedina, Gurlittstr. 23, St. Georg
Wer nur zur Lesung kommt, zahlt € 6,-

Die in Bukarest geborene, in Österreich aufgewachsene Filmemacherin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Florian lässt ein sechsjähriges Kind vom letzten Sommerurlaub der Familie am Schwarzen Meer erzählen. Es sind die letzten Regierungstage von Ceaucescu. Die entscheidende Frage damals: Gehen oder Bleiben?  Die Heimat verlassen oder woanders ein unbeschwerteres Leben führen ? In einzelnen Szenen, die die Familie und das Kind vor ihrer Ausreise nach Deutschland erleben, scheint noch einmal die Vergangenheit in Rumänien auf.  „Wer Ilinca Florian liest, weiß: gegen Familie hilft nur Prosa, und gegen den Aberwitz der Zeitgeschichte helfen starke, leise Bilder.“ (Dana Grigorcea)

Moderation: Jana Halamickova

Ilinca Florian, geb. 1983, geboren in Bukarest, lebt in Berlin. Dort spielte sie am GRIPS-Theater und studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie. Sie arbeitet als Werbetexterin und Drehbuchautorin. Als Regisseurin hat sie zwei Kurzfilme und einen Dokumentarfilm realisiert. Die Tragikomödie Blind und Hässlich (Ko-Regisseur Tom Lass) wurde 2017 auf dem Filmfest München mit dem Preis des Internationalen Kritikerverbandes FIPRESCI ausgezeichnet. Auf dem Filmfest Oldenburg gewann sie den German Independence Award.

 

Karten unter T. 040-227 92 03 oder 040. 207 69 037 oder Mailto: lit@lit-hamburg.de