LITERATURZENTRUM IM SEPTEMBER 2016

 

Charlotte Ueckert liest aus ihrem neuen Buch
Christina von Schweden: Ich fürchte mich nicht
(edition karo Verlag Josephine Rosalski)

Datum:   Mittwoch, 28.9.16
Zeit:       19.30 Uhr
Ort:        Literaturhaus
Eintritt:   € 7,-/4,-

Christina von Schweden, geb. 1626 in Stockholm, gestorben in Rom 1689, war die einzige Tochter Gustav Adolfs von Schweden und 6 Jahre alt, als ihr Vater auf dem Schlachtfeld des 30jährigen Krieges starb. Energisch und zielbewusst übernahm sie mit 18 Jahren die Regierung. Ausgebildet wurde sie wie ein Kronprinz, ihre  Erziehung übernahm der schwedische Reichskanzler, weil die Mutter schwermütig geworden war. Leidenschaften waren für sie das Salz des Lebens. Charlotte Ueckerts essayistische Annäherung an ihr rätselhaftes Leben und ihre Lieben macht es möglich, Fakten und Vermutungen zu verbinden, zu erzählen und zu interpretieren. Dabei interessiert sie sich primär für die Zeit nach ihrer Abdankung. Sie  zeichnet das Bild einer Königin, die höchst umstrittene Entscheidungen traf, aber auch enorme Anstrengungen unternahm, den Dreißigjährigen Krieg zu beenden. In ihre Zeit fallen allein drei von ihr initiierte Friedensverträge. Als berühmteste Konvertitin ihrer Zeit bekannte sie sich öffentlich vom Protestantismus zum Katholizismus. Im Zeitalter der  Glaubenskriege war dies ein europaweites Politikum. Völlig ungewöhnlich für ihre Zeit: Ihre Weigerung, sich jemals zu verheiraten.

Schon als junges Mädchen sagte sie, sie wolle „keines Mannes Ackerfurche sein“. Schon zu Lebzeiten war Christina von Schweden berühmt und berüchtigt. Ihre Persönlichkeit inspirierte zahlreiche Maler, Philosophen und DichterInnen. Es gibt mehrere Biografien und Arbeiten über sie.  „Ihr Geist ist höchst außerordentlich, sie hat alles gesehen, alles gelesen, sie weiß alles“ (René Descartes, 1596-1650).

Charlotte Ueckert studierte Germanistik und Psychologie und war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg. Sie veröffentlichte bereits mehrere Lyrikbände und ist außerdem Herausgeberin von Anthologien. Zuletzt erschienen: Mitlesebuch 104, Ein Reh auf der Chaussee, Dein Haar ist mein Nest. Ihre Gedichte wurden ins Persische, Polnische, Serbo-Kroatische, Rumänische und ins Spanische übersetzt. Charlotte Ueckert ist Mitglied des PEN. 
 

 

Veranstaltungen im Oktober 2016
 

 

  

TeaTimeLesung: Achim Amme liest aus
Der kleine Adolf. Die Geschichte(n) meines Großvaters (Wehrhahn Verlag)

Datum:  Sonntag, 2.10.2016              Zeit:   17.00 Uhr     Eintritt: € 7,-/4,-
Ort:  Literaturhaus, Schwanenwik 38
Karten unter  Telefon 040.227 92 03 oder mailto: lit@lit-hamburg.de

Die Geschichte von Adolf Amme, geb. 1897 bei Hannover, wird größtenteils von ihm selbst erzählt. Grundlage des Buches sind Fotoalben, Kassetten, mehrstündige Videositzungen, die wenige Jahre vor seinem Tod von seinem Enkel, dem Autor und Schauspieler Achim Amme aufgenommen wurden. Das Leben des Großvaters ist ähnlich bunt und dramatisch wie das 20. Jahrhundert, dessen Katastrophen er aber mit Glück, Bauernschläue und schwejkhaftem Witz überstand:
Dabei betätigte er sich u.a. als Hausierer, Gemischtwarenhändler, Imker, Spargelbauer, Tierzüchter, Rüben- und Apelsaftfabrikant. Zudem nötigte er die Eltern des Autors in den Jahren des aufkommenden Wirtschaftswunders zur Gründung einer Wäscherei.
„In Ammes Geschichte(n) spiegelt sich nicht nur eine außergewöhnliche Persönlichkeit. In ihnen wird das 20. Jahrhundert als ‚Geschichte des Kleinen Mannes’ lebendig“ (www.buchhandel.de), die von seltenen Formen des Widerstands zeugt.  

Achim Amme, geb. 1949 in Celle, studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und  Germanistik.  1972 Zeugnis der Bühnenreife Max-Reinhardt-Schule, Berlin, seit 1978 freier Autor (u.a. für die SZ) und Schauspieler. 1995 – 2008 Lektor Hauptredaktion Fernsehspiel, ZDF, seit 1997 diverse Auftritte bei Film und Fernsehen (Tatort, Stubbe, Bella Block u.a.)
 

 

 

     © Jörg Brockstedt

Carmen Korn liest aus Töchter einer neuen Zeit (Kindler)

Datum:  Donnerstag,  6.10. 2016      Zeit:      19.30 Uhr      Eintritt: € 7,- / 4,-
Ort:        Literaturhaus, Schwanenwik 38
Karten unter  Telefon 040.227 92 03 oder mailto: lit@lit-hamburg.de

Der Roman bildet den Auftakt zu Carmen Korns Jahrhunderttrilogie, die vier Frauen, ihre Kinder und Enkelkinder durch das 20. Jahrhundert begleitet: Henny stürzt sich 1919 voller Freude in ihre Hebammenausbildung, Ida genießt das herrschaftliche Leben an der Alster, die aus einfachen Verhältnissen stammende Käthe unterstützt die Kommunisten, und die unverheiratete  Lehrerin Lina führt für die damaligen Verhältnisse ein unkonventionelles Leben.
Vier unterschiedliche Frauenleben sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts miteinander verbunden. So verschieden die Frauen sind, so eng ist ihre Freundschaft, auch wenn diese in den kommenden Jahrzehnten oft auf die Probe gestellt werden wird.  „Carmen Korn verwebt deutsche Geschichte mit vier bewegten Frauenleben. Sie erzählt die Geschichte einer Generation, die Geschichte eines Jahrhunderts.“ (Kindler)

Carmen Korn, Jahrgang 1952, ist die Tochter des Komponisten Heinz Korn. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin für den STERN. Seit vierzig Jahren lebt sie auf der Uhlenhorst. Sie ist in dem Viertel tief verwurzelt und beschäftigt sich schon seit langem mit dessen Geschichte. Carmen Korn ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Als Schriftstellerin hat sie sich vor allem durch ihre Krimis einen Namen gemacht, die u.a. mit dem Marlowe-Preis sowie dem Friedrich-Glauser-Preis prämiert wurden.
 

 

 

     © Maya Ueckert     

Susanne Bienwald liest aus Wittensee (Verlag Kadera)
Frank Schliedermann liest aus Die Trauerfeier (asphalt & anders Verlag)
 

Datum:    Sonntag, 9.10.2016         Zeit:      17.00 Uhr       Eintritt: € 7,-/4,-
Ort:          Literaturhaus, Schwanenwik 38 
Karten unter  Telefon 040.227 92 03 oder mailto: lit@lit-hamburg.de

Eine junge Frau hat sich in ein einsames Haus am Wittensee zurückgezogen. In der Stille der norddeutschen Natur will sie über Liebe und Verrat nachdenken. Lange hat sie versucht, in der schnellen, lauten Welt von heute mitzuhalten, so zu sein, wie andere sie haben wollten. Schliedermanns Die Trauerfeier handelt von fünf alten Freunden, einer Beerdigung und einer Nacht, in der vieles ans Licht kommt. Nach dem Selbstmord des 39-jährigen Viktor treffen sich seine Freunde aus Jugendjahren bei seiner  Beerdigung. Bei reichlich Bier und Schnaps stellen sie sich Erinnerungen, Verletzungen und Geheimnissen – und der Frage, was jeder aus seinem Leben gemacht hat. Ein Roman über Beziehungen, Erinnerungen und Lebenslügen.

Susanne Bienwald, geb. in Eutin. Studium der Philosophie, Germanistik, Romanistik und Soziologie in Konstanz, Berlin und Hamburg. Nach Auslandsaufenthalten in der Türkei, in Griechenland und Spanien und einem kurzen Zwischenspiel im Schuldienst arbeitet Susanne Bienwald seit 2001 als Autorin und Lektorin in Hamburg.

Frank Schliedermann, geb. 1973 in Eickelborn, Westfalen, arbeitete zwölf Jahre als Werbetexter für Autos, Deos, Motorsägen und Haarwuchsmittel, ehe er sich in der 86. Spielminute den Knöchel brach. Ein Abstaubertor – und ein literarischer Neuanfang. Seit 2014 wurden mehrere seiner Kurzgeschichten veröffentlicht sowie bei Wettbewerben prämiert. Er lebt in Hamburg, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

 

 

 

    © Deff Westerkamp

Hamburger KrimiLeseFrühstück

Datum: Samstag, 29.10.2016       Zeit:      12.00 Uhr        Ort: Hotel Wedina, Gurlittstraße 23
Buffet:  ab 11.00 Uhr à € 20,- inkl. Eintritt  Anmeldung unter Tel.040.227 92 03 oder
Mailto: lit@lit-hamburg.de
Anmeldeschluss: Donnerstag, 27.10.16

Doris Gercke liest aus ihrem neuen Kriminalroman Wo es wehtut (Haymon Verlag)
Sie ist zurück: Milena Proháska! Diesmal hat es sie nach Kiew verschlagen, wo sie für den Bundesnachrichtendienst arbeitet. Doch sie steht im Verdacht, ein doppeltes Spiel zu treiben: Nicht nur für Deutschland und die Ukraine zu arbeiten, sondern auch für Russland. Ausgerechnet ihr Ex-Partner Beringer soll der Sache auf den Grund gehen und an seine  Beziehung zu ihr wieder anknüpfen. In Kiew erwarten ihn chaotische Zustände: Krieg auf den Straßen, Anschläge, Entführungen, die Regierung hat die Kontrolle verloren. Wie immer bietet Doris Gercke verführerische Krimispannung mit Blick auf die Schattenseiten der Gesellschaft. Spannend ist wieder nicht nur die Handlung, sondern auch die Entwicklung ihrer Figuren. „In Deutschland gibt es so gut wie keine Kriminalautoren von internationalem Rang. Bis auf Doris Gercke vielleicht.“ (Westdeutscher Rundfunk).

Doris Gercke wurde in Greifswald geboren und lebt seit 1949 in Hamburg. Sie war Beamtin, studierte später Jura und begann noch während des Studiums zu schreiben. Sie erfand die Serienfigur Bella Block und veröffentlichte zahlreiche Krimis und Hörspiele. Ihre Romane führen nach Russland, in die Ukraine und in viele andere Länder. Mit Hannelore Hoger in der Hauptrolle wurden mehrere Bella-Block-Stoffe fürs ZDF verfilmt.
Preise: 1991 Schwedischer Krimipreis (International, 2000 Glauser Ehrenpreis der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren – Syndikat für das „Gesamtschaffen einer Person im Dienste des deutschen Krimis“. Doris Gercke ist Mitglied des P.E.N.