LITERATURZENTRUM IM JANUAR 2017

 

 

    © Yves Noir
Yoko Tawada liest aus akzentfrei und Ein Balkonplatz für flüchtige Abende (konkursbuch)

 

Datum:  Donnerstag, 19.1.2017
Zeit:      19.30 Uhr         Eintritt: €  7,-/4,-  
Ort:       Literaturhaus, Schwanenwik 38   
Karten unter  Telefon 040.227 92 03 oder mailto: lit@lit-hamburg.de

Yoko Tawada ist eine stille Reisende zwischen den Welten und Kulturen. Im November 2016 wird sie in Berlin mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. Für ihre Sprach- und Erzählkunst erhielt sie den wichtigsten japanischen Literaturpreis Akutagawa-Sho-Preis, den Lessingsförderpreis, den Chamissopreis, die Goethemedaille und 2015 die Gastprofessur für Interkulturelle Poetik in Hamburg. Yoko Tawada „… beschreibt die Welt so, wie sie aussähe, könnte man gleichzeitig träumen und hellwach sein…“ (taz). Immer wieder nimmt sie uns mit auf ihre ‚imaginären Reisen’. Ein wiederkehrendes Motiv in ihren Werken ist die Verwandlung: Sei es auf  sprachlicher Ebene, sei es die Metamorphose zu einem anderen Wesen. 
Moderation:  Jana Halamickova

Yoko Tawada, geb. 1960 in Tokio. Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaft reiste sie als 19-Jährige alleine mit der transsibirischen Eisenbahn nach Europa. In Wo Europa anfängt beschreibt sie diese Reise quer durch den eurasischen Kontinent und die Begegnungen mit Menschen und Mythen. Seit 1982 lebt sie in Deutschland. Zeitweilig in Zürich, wo sie promovierte. Sie hat in Hamburg studiert und lebt jetzt in Berlin. Ihre Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke verfasst sie auf Japanisch und auf Deutsch. 

 

 

   © Arne Rautenberg         © Herbert Hindringer
Hamburger Teatime-Lesung:
Sylvia Geist liest aus Gordisches Paradies (Hanser Berlin)
Herbert Hindringer liest aus Distanzschule (yedermann), Nähekurs (FIXPOETRY Verlag)
und neue Gedichte

Datum:   Sonntag, 29.1.2017  
Zeit:       17.00 Uhr     Eintritt: € 7,-/4,-
Ort:        Literaturhaus, Schwanenwik 38
Karten unter  Telefon 040.227 92 03 oder mailto: lit@lit-hamburg.de

Sylvia Geist entfaltet eine beeindruckende Musikalität. In hoher Intensität erzählen ihre Gedichte vom Suchen, Verlieren und Wiederfinden der Liebe zum Leben.  Politische Lyrik schien ausgestorben, weshalb die ZEIT die Serie Politik und Lyrik erfand und ein paar Lyriker zum Schreiben einlud.: u.a. Nora Bossong, Hendrik Rost, Marion Poschmann und Herbert Hindringer. Er schreibt „ … Poesie mit Hintergrund. Bisweilen absurd, ehrlich, manchmal verzweifelt und mit Blick fürs Detail, die kleinen großen Gefühle.“ (SZ).

Sylvia Geist, geb. 1963 in Berlin, veröffentlichte Gedichtbände und Prosa. Sie hat u.a. Gedichte von John Ashbery, Peter Gizzi und Chirikure Chirikure übersetzt. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Lyrikpreis Meran und der Adolf-Mejstrik-Ehrengabe der Deutschen Schilllerstiftung.

Herbert Hindringer, geb. 1974 in Passau. Seit Silvester 2005 lebt er in Hamburg. Diverse Einzelveröffentlichungen und einzelne Gedichte in der ZEIT, im Hamburger Ziegel und dem Jahrbuch der Lyrik.

 

 

Veranstaltungen im Februar 2017

 

    ©  Magdalena Becker
Artur Becker liest aus Kosmopolen  (Weissbooks)

Datum: Donnerstag, 2.2.2017
Zeit:     19.30 Uhr     Eintritt: € 6,--
Ort:      Literaturhaus, Schwanenwik 38

Wir kennen Artur Becker als Prosaautor, Lyriker und Kritiker, einen Wanderer zwischen Polen und Deutschland. Viele schätzen ihn als großen Erzähler. Immer wieder versucht er, uns sein polnisches Erbe zu vermitteln und ist überzeugt, dass unser Weltbild unvollständig bleibt, wenn  wir nicht die Erfahrungen unser polnischen Nachbarn zur Kenntnis nehmen und in unsere Sichtweisen integrieren.
Besonders beeindruckend ist in seinem neuen Essayband die thematische Vielfalt, „… die autobiografischen Selbstbekenntnisse, Literaturkritik und Erinnerungen an Lesereisen … und seine interessanten Einblicke  in das intellektuelle und politische Klima Polens.“(FAZ).

Moderation: Dr. Andreas Lawaty
Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg

Artur Becker, 1968 geboren als Sohn polnisch-deutscher Eltern in Bartoszyce (Masuren), lebt seit 1985 in Deutschland. Schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays. Er ist auch als Übersetzer tätig. Mitglied des P.E:N.

 

 

    ©  Sebastian Hartz
Gerhard Spörl liest aus
Es muss noch etwas anderes geben als Angst und Sorge und Herrn Hitler
Die Liebesgeschichte von Artur und Grete -
 (Rowohlt)

Datum: Donnerstag, 9.2.2017
Zeit:     19.30 Uhr      Eintritt: € 7,-/ 4,-
Ort:      Literaturhaus, Schwanenwik 38

Die Frage, in welchem Zusammenhang das private Leben mit der Weltgeschichte steht, hat Gerhard Spörl immer schon interessiert. Nun hat er die Liebesgeschichte der Großeltern seiner Frau entdeckt und darüber ein großartiges Buch geschrieben. Artur, ein jüdischer Autoverkäufer, und Grete, „arisch“ und vermögend, trotzen allen widrigen Umständen und  der grauenhaften NS-Zeit ihr Glück ab. Gegen alle Widerstände bleiben sie unzertrennlich. Dass sie mit Mut und Einfallsreichtum ihrer Verfolgung die Stirn bieten, ist großartiger Lesestoff.

Moderation: Patricia Paweletz

Gerhard Spörl, geb. 1950, studierte Germanistik in Heidelberg und Mainz. 1980 wurde er politischer Redakteur der ZEIT, von 1990 – 2015 arbeitete er für den SPIEGEL, u.a. als Ressortleiter Deutsche Politik, USA-Korrespondent, Ressortleiter Ausland und Leiter der Abteilung „Meinung“. Auch verantwortete er die vielgelobte Serie Die Gegenwart der Vergangeheit, womit Hitlers langer Schatten gemeint war. 2004 gab er sie zusammen mit Stefan Aust als Buch heraus. 2008 erschien Die wiedervereinigten Staaten von Amerika (Mit Marc Hujer).

 

 

    © Peter-Andreas Hassiepen
Hamburger Lesefrühstück:
Christoph Bartmann liest aus Die Rückkehr der Diener (Hanser)
(NDR: Sachbuch des Monats September 2016)

Datum: Samstag, 11.2.2017  
Zeit
:      12.00 Uhr     Ort:   Hotel Wedina, Gurlittstraße 23
Buffet:  ab 11.00 Uhr à € 20,- inkl. Lesung. Wer nur zu Lesung will, zahlt € 5,--

Von wegen Roboter sind unsere neuen Dienstleister! Es zeichnet sich etwas anderes ab: Die Rückehr der Diener. Vor allem in den USA, aber auch zunehmend hier, vermitteln Agenturen ganze Heerscharen von Hausangestellten: u.a. Kindermädchen, Hauslehrerinnen, Gourmetköche, ausgebildete Haushälter, Wäscherinnen, persönliche Assistenten, Hundesitter, Gärtner und Chauffeure. Voraussetzung: Große Unterschiede zwischen Reichen und Armen. Aber auch die Mittelschicht kann sich heute Hauspersonal leisten. Herauskommt eine neue Klasse schlecht bezahlter Helfer und Helferinnen. „Ich kann mich nicht mit einer Situation anfreunden, in der zunehmend für alle Lebenslagen Heinzelmännchen bereitstehen, um mir wegen Berufs- und Leistungsstress den Rücken freizuhalten. Die Vorstellung, dass zur Sicherung meiner persönlichen Leistungsbilanz laufend Dienstleister herangezogen werden müssen, die im Hintergrund pflegen, rennen, liefern und kümmern, finde ich beunruhigend.“ (Bartmann in einem Interview).

Christoph Bartmann, Jahrgang 1955, studierte Germanistik und Geschichte. Seit 1988 Mitarbeier des Goethe-Instituts (u.a. in München, Prag und Kopenhagen). Seit 2011 Direktor in New York, ab 2016 in Warschau. Er ist außerdem regelmäßiger Rezensent in der Süddeutschen Zeitung. Bei Hanser erschien auch Leben im Büro – Die schöne neue Welt der Angestellten -.

 

 

           © Felix Topp
Krimis zur Teatime:
Dagmar Fohl liest aus Der Schöne im Mohn  (Gmeiner)
Frank Posiadly liest aus Die Stille nach dem Tod (Leda)

Datum:  Sonntag, 19.2.2017
Zeit:      17.00 Uhr        Eintritt: € 7,-/4,-  
Ort:       Literaturhaus ,Schwanenwik 38

Dagmar Fohls Roman handelt vom Schicksal einer Malerin um 1900. Ihr ungewöhnliches Ziel: Männliche Akte malen. Dabei wird ihr Traummodell zum Zeugen für alles, was sich ereignet hat und zum Spiegel ihres Lebens. Frank Posiadlys Krimi handelt von einer
jungen Streifenpolizistin, die als Erste am Tatort eine junge Mutter mit schweren Kopfverletzungen auffindet. Am Krankenbett der Sterbenden hinterlässt ein unbekannter Eindringling eine düstere Musikaufnahme, die nur aus Geräuschen besteht. Aufgenommen hat sie der Täter. Eine zweite dieser Art landet bei der Polizistin.

Dagmar Fohl absolvierte ein Studium der Geschichte und Romanistik in Hamburg und arbeitete mehrere Jahre als Kulturmanagerin. Heute lebt sie als freie Autorin in Hamburg und schreibt Romane über Menschen in Grenzsituationen. Psychologisch fundiert zeichnet sie die Seelenzustände ihrer Protagonisten mit ihren Lebens- und Gewissenskonflikten und beleuchtet gleichzeitig die gesellschaftlichen Verhältnisse und Probleme der jeweiligen Epoche.

Frank Posiadly, 1967 in Delmenhorst geboren, ist Drehbuchautor und Psychologe. Lebt in Hamburg. Das Handwerk des Schreibens lernte er zunächst an der Axel Springer Journalistenschule und später im Filmstudium in der Drehbuchklasse von Hark Bohm. Seine Kurzfilme haben den Deutschen Filmschulpreis in Silber (2002), den Shock Award (2002) und den Short-Tiger (2001) gewonnen. Er hat ebenso für den Tatort wie für das ZDF-Herzkino geschrieben und Serienerfahrungen bei Notruf Hafenkante und Unser Charly gesammelt.

 

 

    © Andrea Vollmer
Was uns auf den Nägeln brennt:
Marc Engelhardt (Hrsg.) liest aus Die Flüchtlingsrevolution (Pantheon)

Datum: Mittwoch, 22.2.2017
Zeit:     19.00 Uhr       Eintritt:  € 5,-/erm. 3,-
Ort:       Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15 (Räume der GEW) 20148 Hamburg
Kooperation mit umdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. und der GEW

In ihrem neuen Buch begleiten die WELTREPORTER Menschen rund um den Globus, die ihre Heimat verlassen haben. Die vor Elend, Krieg und dem Verfall ihrer Lebensumstände Fliehenden werden auf der ganzen Welt vieles verändern. Dabei gilt die Definition: Ein Flüchtling ist eine Person, die geht, obwohl sie lieber bleiben würde – zu dieser Erkenntnis kommt man, wenn man die Geschichten liest, die im Buch veröffentlicht wurden. Bis 2015 war Marc Engelhardt Vorsitzender des Korrespondentennetzwerks WELTREPORTER.NET, das aus mehr als 160 Ländern berichtet (u.a. für den Deutschlandfunk, ARD Hörfunk, das Fernsehen und die Nachrichtenagentur epd), Aus allen Winkeln der Erde haben die Korrespondent_innen Schicksale gesammelt und die neue Völkerwanderung zu erfassen versucht. Veränderungen, so ihr Fazit, lassen sich nicht aufhalten, aber gestalten. Konkrete Flüchtlingspolitik wäre heute eine zukunftsfähige Gesellschaftspolitik. Erste erfindungsreiche Beispiele zeigen, wie eine gemeinsame Zukunft aussehen kann.

Moderation: Heidemarie Ott, Diplom-Soziologin

Marc Engelhardt, Jahrgang 1971, arbeitet seit zwölf Jahren als freier Auslandskorrespondent, zunächst aus Nairobi und inzwischen aus Genf. Zuletzt gab er bei Pantheon Völlig utopisch. 17 Beispiele einer besseren Welt (2014) heraus. Die Weltreporter sind das größte Netzwerk freier deutschsprachiger Auslandskorrespondenten. Die 45 Korrespondenten sitzen überall auf der Welt von Athen bis Washington, D.C. Engelhardt ist u.a. Korrespondent bei den Vereinten Nationen.

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung