LITERATURZENTRUM IM MÄRZ 2017

      © privat
Mischa Kopmann liest
aus seinem Debütroman Aquariumtrinker (Osburg Verlag)

Datum:  Mittwoch, 22.3.2017    Zeit:      19.30 Uhr      Eintritt: € 7,-/4,-   
Ort:       Literaturhaus, Schwanenwik 38

Kopmanns Roman ist eine zwischen Poesie und Wut, Wahn und Wirklichkeit changierende Rache- und Entwicklungsgeschichte, die in soghaftem Tempo auf ein furioses Ende zusteuert. Spihr, geboren 1969, hat sämtliche Brücken hinter sich abgebrochen: Frau und Kinder, seinen Beruf, sogar seine Band. In dieser pophistorisch verhängnisvollen Zeit geht eigentlich alles in die Brüche: Von Elvis’ Heartbreak Hotel bis Bowies Blackstar…

Mischa Kopmann, geb. Ende der sechziger Jahre in einer Kleinstadt in der Südheide, lebt in Hamburg. Um die Milleniumwende gewann er einige Literaturpreise (u.a. den Allegra Kurzgeschichtenpreis und den Walter-Serner-Preis). Dann zog er seine zwei Kinder groß und unterbrach erstmal sein Schreiben. Nach Jahren der Arbeit als freier Autor mit wechselnden Nebenberufen wie Barkeeper oder Langstreckenkurier hat er mit Aquariumtrinker jetzt seinen ersten Roman veröffentlicht.
 

 

 

      © Dennis Gastmann
Dennis Gastmann und sein
Atlas der unentdeckten Länder (rowohlt Berlin)
Lesung mit Filmbeispielen

Datum: Sonntag, 26.3.2017      Zeit:     17.00 Uhr   
Eintritt:  € 12,-/8,- inkl. Tee und Gebäck
Ort:      Schloss Agathenburg, Hauptstraße, Agathenburg bei Stade

Gastmann ist ein „brillanter Beobachter“ (NDR) und lässt uns an seinen wunderbaren  Erlebnissen teilhaben. Es gibt sie noch die ‚weißen Flecken’, die fernen Ausläufer unserer Zivilisation. Jeder Winkel der Erde scheint entdeckt, doch das ist ein Irrtum. Gastmann hat Orte erkundet, die fern, unbekannt oder vergessen, aber in jedem Fall magisch sind: Akhzivland, Karakalpakstan, Ra’s al-Chaima. Kein Weg war Gastmann zu weit, die Hauptsache: Abseits der Touristenpfade.

Dennis Gastmann, geb. 1978, war Autor der Satiresendung „extra 3“, bevor er begann, als Auslandsreporter um den Globus zu reisen. 2011 erschien sein vielgelobter Band Mit 80.000 Fragen um die Welt, danach wanderte er von Deutschland über die Alpen bis nach Italien, um seine Sünden zu büßen (Gang nach Canossa, 2012). In 2014 erschien Geschlossene Gesellschaft, eine abenteuerliche Exkursion in die Welt der Reichen.

 

 

     © Thorsten Wulff
Petra Oelker liest aus
Zwei Schwestern – Eine Geschichte aus unruhiger Zeit – (Rowohlt)

Datum: Mittwoch, 29.3. 2017      Zeit:     19.30 Uhr       Eintritt:  € 7,-/4,-
Ort:       Literaturhaus, Schwanenwik 38  

In ihrem neuen Buch zeichnet Petra Oelker ein faszinierendes Bild der Hamburger Reformationszeit, in der viele Martin Luther und seinem Aufbruch folgten. Auch für die Nonne Reimare Hogenstraat bricht eine neue Zeit an. Ohne Schutz ihres Ordens, ohne den Halt ihrer Gemeinschaft, ohne das Reglement des alten Glaubens ist sie nicht nur hilflos, sondern auch all ihrer Aufgaben beraubt. Sie muss einen neuen Sinn finden. Auch ihre Schwester, die wohlhabende Witwe Anna Bünnfeld, ist gezwungen, eine neue Entscheidung für ihr Leben zu treffen …

Petra Oelker, geb. 1947, arbeitete als Journalistin und Autorin von Sachbüchern und Biografien. Mit Tod am Zollhaus schrieb sie den ersten ihrer erfolgreichen historischen Kriminalromane um die Komödiantin Rosina, neun weitere folgten. Weitere Romane: Der Klosterwald, Die kleine Madonna, Der Tod auf dem Jakobsweg. Zuletzt begeisterte sie mit ihren Büchern Ein Garten mit Elbblick und Das klare Sommerlicht des Nordens und mit ihrem Roman Emmas Reise (2016).

 

 

Veranstaltungen im April 2017
 

 

  

Polnisch-Deutsche Lesung
Joanna Bator liest aus ihrem preisgekrönten Roman
Dunkel, fast Nacht ((Suhrkamp)
Aus dem Polnischen von Lisa Palmes

Datum:  Donnerstag, 6.4.2017
Zeit:      19.30 Uhr r     Eintritt: €  6,--
Ort
:       Literaturhaus, Schwanenwik 38

Anfang April wird Joanna Bator in Chemnitz mit dem internationalen Stefan-Heym-Preis ausgezeichnet. Das Kuratorium würdigte mit ihrer Entscheidung die literarische Qualität ihrer Bücher und  Themen, die sich mit Geschichte und Gegenwart befassen, mit  Brüchen im Leben Einzelner und in ganzen Gesellschaften. Es geht um Identität , Zugehörigkeit und Ausgrenzung (Bisherige Preisträger: Amoz Oz,  Bora Cosić, Christoph Hein), Dunkel, fast Nacht ist Liebesgeschichte, Kriminalroman, beklemmendes Epochenporträt und trifft den Nerv der Zeit. Ein nicht nur in Polen hochaktueller Roman über die gegenwärtige Gesellschaft, die ihre gemeinsame Sprache verloren hat. Bei NDR-Kultur hieß es, Bator konfrontiere uns zwar mit der harten polnischen Realität, dennoch dürfe man sich lustvoll verlieren in ihrem polyphonen Romangeflecht. International bekannt wurde Joanna Bator mit ihrem Roman Sandberg. Heute gehört sie zu den bedeutendsten Schriftstellern und Publizisten Europas.

Dr. Andreas Lawaty dolmetscht und moderiert
Patricia Paweletz liest den deutschen Text
Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg

Joanna Bator, geb. 1968, publizierte in wichtigen polnischen Zeitungen und Zeitschriften und forschte mehrere Jahre lang in Japan, bevor sie mit ihrem Roman Sandberg auch international bekannt wurde. 2014 erhielt sie den Spycher:Literaturpreis Leuk. Für Dunkel, fast Nacht wurde ihr der NIKE verliehen, der wichtigste Literaturpreis Polens. 2015/2016 war sie Gast des DAAD in Berlin.  

 

 

     © Ike Reiter
Neue Bücher Hamburger Autoren_innen
Birgit Rabisch liest aus ihrem Roman  Wir kennen uns nicht  (duotincta)

Mit anschließender Verlagsvorstellung

Datum: Donnerstag, 20.4.2017
Zeit:      19.30 Uhr      Eintritt: € 7,-/4,-
Ort:       Literaturhaus, Schwanenwik 38

Viele kennen Birgit Rabisch als Autorin von Büchern wie Duplik Jonas 7 und  Unter Markenmenschen, in denen sie sich mit Gentechnik und der Reproduktionsmedizin auseinandersetzte. Sie gehören inzwischen zur festen Schullektüre. Jetzt hat sie in einem Berliner Indie-Verlag einen Roman veröffentlicht, in dem es um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung geht. Erzählt wird von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wird. Immer mehr wird daraus ein Porträt des Konfliktes zwischen der 68er Generation und ihren pragmatischen Erben.

Moderation: Jürgen Volk (duotincta)

Birgit Rabisch, geb. 1953, studierte Soziologie und Germanistik in Hamburg, engagierte sich in der Studentenbewegung, Frauen- und Friedensbewegung. Mit dem Schreiben begann sie Ende der 70er Jahre, zunächst Lyrik und Kurzprosa. In der Folge veröffentlichte sie Krimis, Romane und Jugendbücher. Ihr Roman Duplik Jonas 7 wurde zum Bestseller, mit dem Umweltliteraturpreis NRW ausgezeichnet und mehrfach übersetzt.

 

 

   © Hans Praefke         © 54stories.de
Lyrik zur Teatime
Tom Schulz liest aus Die Verlegung der Stolpersteine (Hanser)
Jonis Hartmann liest aus seinem
ersten Lyrikband Bordsteinsequenzen (ELIF Verlag)

Datum:  Sonntag, 23.4.2017
Zeit:     17.00 Uhr     Eintritt:  €  7,-/4,-
Ort:      Literaturhaus, Schwanenwik 38

In letzter Zeit fällt häufiger der Begriff ‚politische Lyrik’, lange hatte man sie für tot erklärt. Tom Schulz erkundet in seinem neuen Gedichtband die Welt mit geschärftem historischen Bewusstsein. Die eigene Erinnerung an seine DDR-Kindheit überblendet er mit Szenen des brennenden Dresden und der Gegenwart der Pegida-Aufmärsche. Er zeigt uns, dass das Stolpern, das Innehalten, Bedingung ist für eine empathische Wahrnehmung der Welt. Jonis Hartmann ist promovierter Architekt, Übersetzer, Literaturaktivist und Prosautor. Jetzt hat er seinen ersten Lyrikband veröffentlicht, ungewöhnliche, mehrdeutige Gedichte, „… lakonische Dialoge aus der Verlustzone.“(Fixpoetry)

Tom Schulz, geb. 1970 in der Oberlausitz, lebt als freier Autor, Herausgeber und Übersetzer und Dozent für Kreatives Schreiben in Berlin. 2015 erschien bei Hanser sein Gedichtband Lichtveränderung. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kunstpreis Literatur der Lotto-Stiftung Brandenburg, dem Alfred-Gruber-Preis und dem Liechtenstein.-Preis.

Jonis Hartmann, geb. 1982 in Köln, aufgewachsen im Ruhrgebiet, Architektur-Studium in Weimar, Rom und Kassel mit Aufenthalten in Asien und Südamerika. Veröffentlichte Prosa, Lyrik und Essays in Literaturzeitschriften, Anthologien und bei Chaotic Revelry in Köln. Er erhielt mehrere Arbeitsstipendien und den Literaturförderpreis der Hamburger Kulturbehörde.   
 

 

      © Bogenberger
Hamburger Lesefrühstück
Mirko Bonné liest aus  Mein Fehmarn  (Mare Verlag)

Datum:  Samstag, 29.4.2017  
Zeit:      12.00 Uhr        Ort: Hotel Wedina, Gurlittstraße 23, Hamburg-St. Georg  
Buffet:  ab 11.00 Uhr à € 20,-- inkl. Lesung. Anmeldung erforderlich!

Die Sonneninsel Fehmarn spielte in Mirko Bonnés Kindheit  eine große Rolle: „Fehmarn ist die Insel der leuchtend hellen Seiten meiner Kindheit und Jugend, der Ort, wo die Liebe zum Leben in mir erwacht ist.“  Bonnés Reflexionen über die Ostseeinsel Fehmarn sind melancholisch, eindringllich und klug. Gern liest man seine Erinnerungen und Betrachtungen von Freundschaft und Liebe, der er mit Inselgeschichten und Geschichte verbindet (mit Hexenverfolgungen, der Heydrich-Witwe,  Campingurlauben des NSU bis zu Jimi Hendrix legendärem letzten Konzert).

Mirko Bonné, geb. 1965 in Tegernsee, hat zahlreiche Gedichtbände und Romane veröffentlicht. Daneben ist er als Übersetzer tätig (u.a. von Dickinson, Keats, Stevenson und Yeats ins Deutsche). Für seine Literatur und Übersetzungen wurde er vielfach ausgezeichnet.  Sein Roman Nie mehr Nacht stand 2013 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

Kartentelefon: Fon 040.227 92 03 oder 040.207 69 037oder mailto: lit@lit-hamburg.de

 

Die 11. Debütantenbörse geht an den Start: Bis Ende August 2017 können ab sofort bis zu 7 Seiten Prosa oder Lyrik unter Angabe von Mailadressen, Telefon-Nrn., und/oder mobil-Nrn. an den Vorstand des Literaturzentrums (c/o Literaturhaus Hamburg), Schwanenwik 38, 22087 Hamburg, eingereicht werden. Eine Fachjury wird nach Abgabefrist entscheiden, wer später zu einer Bestenlesung eingeladen wird.

Nicht wenige Teilnehmer_innen der bisherigen Debütantenbörsen haben inzwischen ihren Weg gemacht: Erste Buchveröffentlichungen, Lesungen, Literaturstipendien, Förderpreise der Hansestadt Hamburg,  mediale Aufmerksamkeit.