LITERATURZENTRUM IM SEPTEMBER 2016

      © Roswitha Pross

Anna Lenz liest aus Starke Frauen für die Kunst (Hirmer)  

Datum:   Sonntag, 4.9.2016     TeaTimeLesung
Zeit:       17.00 Uhr       Eintritt:  12,--/erm. 8,-- (inkl. Tee und Gebäck)
Ort:         Schloss Agathenburg, Hauptstr. Agathenburg b.Stade

Die legendäre Künstlergruppe ZERO sorgte in den deutschen Nachkriegsjahren für eine „Stunde null“, einen Neuanfang. Mit ihrer  puristischen Ästhetik experimentierten Günther Uecker, Heinz Mack und Otto Piene mit Licht, Raum, Bewegung und Materialien. In den 60er Jahren baute das Ehepaar Lenz eine der renommiertesten Sammlungen der Epoche auf. Ab 1971 veranstalteten sie sogenannte ZERO-Feste und stellten ihre gesammelten Kunstwerke aus. Immer dabei waren die Künstler, ihre Familien, ihre Frauen. Kunstsammlerin Anna Lenz hat mit deren Lebenspartnerinnen  gesprochen, die einen großen Anteil am Erfolg ihrer Männer haben.  Dabei traten sie selbst selten in Erscheinung. Zwanzig spannende Interviews und berührende Geschichten sind erschienen, in denen die Frauen Einblicke in ihr Leben geben. Dabei kommen wichtige und unwichtige Dinge aus dem Leben bekannter Maler und Bildhauer zur Sprache,„die garantiert in keinem Ausstellungkatalog stehen“ (dlf).
Begleitet wurde Anna Lenz von der Fotografin Roswitha Pross und der Kunsthistorikerin Ulrike Schmitt.

Als ihr Mann Gerhard die ersten Bilder der ZERO-Generation kaufte, sorgte Anna Lenz sich zunächst um die Finanzen der Familie. Ähnlich wie die Künstlergattinnen blieb sie zunächst im Hintergrund und arbeitete ihrem Mann zu. Ihre Leidenschaft für die Kunst entfachte erst, nachdem sie die Menschen hinter den Bildern kennenlernte. Die Kollektion Lenz-Schönberg gilt als bedeutendste private ZERO-Sammlung überhaupt.
 
Moderation; Thomas Plaichinger

Kooperation mit der Kulturstiftung Schloss Agathenburg

 

 

    
Hamburger LeseFrühstück
Barbara Sichtermann liest aus ihrem Buch
Marilyn Monroe. Mythos und Muse (ebersbach & simon)

Datum:      Samstag, 10.9.2016   
Zeit:           12.00 Uhr     
Ort:            Hotel Wedina, Gurlittstr. 23  
Buffet:        ab 11.00 Uhr à € 20,-- inkl. 3 Warmgetränke und Eintritt zur Lesung
Anmeldung unter Telefon 040.227 92 03 erforderlich!

Marilyn Monroe ist eine der faszinierendsten und zugleich tragischsten Frauengestalten des 20. Jahrhunderts. Am 1. Juni d.J. wäre sie 90 Jahre alt geworden. Sie starb im August 1962. „Es gibt wohl kaum einen weiblichen Reiz, den sie nicht besaß …ihr Sexappeal und ihr Starruhm haben … den Blick auf ihre darstellerische Arbeit verstellt.“ (Barbara Sichtermann).  Arthur Miller soll sie einmal „das traurigste Mädchen der Welt“ genannt haben, doch neben ihr verblasse die Sonne. „Marilyn kam aus den vierziger und fünfziger Jahren. Sie war der Beweis dafür, dass in der amerikanischen Psyche Sexualität und Ernsthaftigkeit nicht nebeneinander existieren konnten, dass sie sogar feindliche, einander abweisende Gegensätze waren.“ (Miller) Barbara Sichtermanns facettenreiches Porträt der berühmtesten Blondine der Welt versammelt Texte von Truman Capote, Joyce Carol Oates und  Arthur Miller, die Monroes verzweifelten Kampf um Liebe und Anerkennung zeigen und ihre Persönlichkeit plastisch werden lassen. Viele sahen Monroe als „unschuldiges Sexsymbol“, das eine unheilvolle Beziehung zu der Zeit hatte, in der sie lebte..

Als herausragende Journalistin und Schriftstellerin wurde Barbara Sichtermann 2015 der Theodor- Wolff-Preis verliehen. Aufgewachsen in Kiel, besuchte sie zunächst eine Schauspielschule. 1968 ging sie zum Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften nach Berlin. Seit fast 40 Jahren arbeitet sie als Publizistin, Journalistin und Schriftstellerin. Ihre Themen sind Weiblichkeit, Geschlechterfragen, das Leben mit Kindern, Sexualität, Literatur und Medien. Sie veröffentlichte zahlreiche Sachbücher (u.a. den Bestseller Weiblichkeit – zur Politik des Privaten) und Romane und schreibt regelmäßig für DIE ZEIT und verschiedene Radiosender. Von 1987 – 2002 hatte sie eine eigene Kolumne in der ZEIT und machte sich damit einen Namen als Medienkritikerin. Sie erhielt u.a. die Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes sowie den Luise-Büchner-Preis für Publizistik. In erster Ehe war sie mit dem Sozialpsychologen Peter Brückner verheiratet. Heute lebt sie mit ihrem Lebenspartner in Berlin.
 

 

 

     © Leas Grau 

Neue Verlage/Neue Autoren:
Martina Mosebach liest aus
ihrem Debütroman Die Grenzschwimmerin (PUNKTUM Bücher!

Datum:   Donnerstag, 22.9.16
Zeit:       19.30 Uhr
Ort:         Literaturhaus
Eintritt.   € 7,-/4,

Katharina weiß wenig über die Vergangenheit ihrer Mutter Mischa, einer erfolgreichen Leistungsschwimmerin in der DDR. Als diese unerwartet stirbt, unternimmt Katharina eine Reise in die Heimat ihrer Mutter. Auf dem Hof ihrer Großeltern findet sie Mischas Tagebuch. Indem sie eintaucht in die Vergangenheit und Geheimnisse ihrer Familie, findet die Tochter auch Antworten auf ihren eigenen Lebensentwurf. 

Martina Mosebach, geboren 1969 im Ruhrgebiet, studierte in Bochum Kommunikationswissenschaften, Politologie und Kunstgeschichte. Sie arbeitet als PR-Redakteurin und Texterin. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Hamburg.

Im Frühjahr 2015 gründeten zwei Freundinnen den Verlag PUNKTUM Bücher!; Die Autorin und Schauspielerin Patricia Paweletz und die Gestalterin und Art-Direktorin Gabi Schnauder. Auf die Frage Warum kam die überzeugende Antwort: „Ganz einfach – aus Leidenschaft.“ (Szene Hamburg) Premiere wurde auf der Leipziger Buchmesse gefeiert. Was sie anstreben: Eine große Nähe zu den Autoren, unkomplizierte Arbeitswege, Ästhetik: Schönes Papier, schöne Typografie und eine wiederkehrende Optik. Gern zitieren sie Judith Schalansky: „Ein Buch soll so schön sein, dass man Lust hat, es mit ins Bett zu nehmen.“ Fuckfisch, das Buch einer Jugendlichen (Juliette Favre) gehört zu den ersten Erfolgen. Die Nominierung für den Oldenburger Jugendliteraturpreis motivierte sie, sich weiter auf das Thema „Bausteine des Lebens“ zu konzentrieren. Bei der Auswahl geht es den Verlegerinnen um Originalität, Qualität, Authentizität und eine besondere Geschichte.

Gabi Schnauder und Patricia Paweletz (PUNKTUM-Verlegerinnen) moderieren 

 

 

Charlotte Ueckert liest aus ihrem neuen Buch
Christina von Schweden: Ich fürchte mich nicht
(edition karo Verlag Josephine Rosalski)

Datum:   Mittwoch, 28.9.16
Zeit:       19.30 Uhr
Ort:        Literaturhaus
Eintritt:   € 7,-/4,-

Christina von Schweden, geb. 1626 in Stockholm, gestorben in Rom 1689, war die einzige Tochter Gustav Adolfs von Schweden und 6 Jahre alt, als ihr Vater auf dem Schlachtfeld des 30jährigen Krieges starb. Energisch und zielbewusst übernahm sie mit 18 Jahren die Regierung. Ausgebildet wurde sie wie ein Kronprinz, ihre  Erziehung übernahm der schwedische Reichskanzler, weil die Mutter schwermütig geworden war. Leidenschaften waren für sie das Salz des Lebens. Charlotte Ueckerts essayistische Annäherung an ihr rätselhaftes Leben und ihre Lieben macht es möglich, Fakten und Vermutungen zu verbinden, zu erzählen und zu interpretieren. Dabei interessiert sie sich primär für die Zeit nach ihrer Abdankung. Sie  zeichnet das Bild einer Königin, die höchst umstrittene Entscheidungen traf, aber auch enorme Anstrengungen unternahm, den Dreißigjährigen Krieg zu beenden. In ihre Zeit fallen allein drei von ihr initiierte Friedensverträge. Als berühmteste Konvertitin ihrer Zeit bekannte sie sich öffentlich vom Protestantismus zum Katholizismus. Im Zeitalter der  Glaubenskriege war dies ein europaweites Politikum. Völlig ungewöhnlich für ihre Zeit: Ihre Weigerung, sich jemals zu verheiraten.
Schon als junges Mädchen sagte sie, sie wolle „keines Mannes Ackerfurche sein“. Schon zu Lebzeiten war Christina von Schweden berühmt und berüchtigt. Ihre Persönlichkeit inspirierte zahlreiche Maler, Philosophen und DichterInnen. Es gibt mehrere Biografien und Arbeiten über sie.  „Ihr Geist ist höchst außerordentlich, sie hat alles gesehen, alles gelesen, sie weiß alles“ (René Descartes, 1596-1650).

Charlotte Ueckert studierte Germanistik und Psychologie und war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg. Sie veröffentlichte bereits mehrere Lyrikbände und ist außerdem Herausgeberin von Anthologien. Zuletzt erschienen: Mitlesebuch 104, Ein Reh auf der Chaussee, Dein Haar ist mein Nest. Ihre Gedichte wurden ins Persische, Polnische, Serbo-Kroatische, Rumänische und ins Spanische übersetzt. Charlotte Ueckert ist Mitglied des PEN.