LITERATURZENTRUM IM JULI 2016

  © Stephan Gabriel

Überfall der Wörter aus den Schreibwerkstätten
(Idee und Konzept: Jutta Heinrich)

Datum:  Sonntag,  3. Juli 2016                               
Zeit:        18.00 Uhr
Ort:         Goldbekhaus, Moorfurthweg 9, 22301 Hamburg-Winterhude
BÜHNE ZUM HOF
! Unkostenbeitrag:  €  4,-  / Kinder u. Jugendliche: Eintritt FREI
Karten unter Telefon 040-227 92 03 oder Mailto: lit@lit-hamburg.de

Das Goldbekhaus ist mit dem Metrobus 6 bis Goldbekplatz zu erreichen.

„Zu schreiben kann erst beginnen, wem die Realität nicht mehr selbstverständlich ist.“ (Christa Wolf in Lesen und Schreiben). Zunehmend verschwindet das Denunzieren der Hobbyschreiber, der  FreizeitliteratInnen. Alle können ihre Texte ins Netz stellen oder aufs Papier bringen. Wir leben in einer Zeit der schrankenlosen Ausdrucksmöglichkeiten, befreit von starren Regeln, Vorgaben und Formen.
Ausgewählte erwachsene TeilnehmerInnen aus verschiedenen Schreibwerkstätten (Leitung: Jutta Heinrich) und Die Hafencity spinnen (Leitung: Ingo Niermann) sowie Kinder und Jugendliche von Fantasie-und-Schreibwerkstätten in Hamburger Schulen (u.a. dem Kurt-Körber-Gymnasium Billstedt, Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer, der Fritz-Köhne-Schule Rothenburgsort) lesen ihre besten Texte und Geschichten (u.a. zum Thema alles anders). Kulturpessimisten meinen oft,  Jugendliche würden nur noch lesen, was sie selbst schreiben: Simsen, twittern, kommentieren. Doch, wenn es gelingt, sie fürs Geschichtenschreiben zu begeistern, entstehen die ungewöhnlichsten Texte und eine frische Neugier auf die Kunst des Schreibens: die Literatur. Eltern, Verwandte, Lehrer und Lehrerinnen staunen immer wieder über unentdeckte Talente.

Bei den jährlichen BestenLesungen von LIT. Junge Köpfe wurden oft „…. fantasievolle Geschichten vorgetragen: anrührend, witzig, nachdenklich, kritisch, vielschichtig.“ (Jutta Seifert-Jammeh von DIVERSITY WORKS).  „Solche Projekte geben Hoffnung für die Zukunft.“ (NDR).  Seit 2009, dem Jahr der Künste, existiert das Langzeitprojekt LIT. Junge Köpfe, initiiert von der Schriftstellerin und Diplom-Sozialpädagogin Jutta Heinrich.  

In Kooperation mit Stadtkuratorin Hamburg
Gefördert von BUDNI
und der Hansestadt Hamburg/Behörde für Schule und Berufsbildung

Jutta Heinrich moderiert 
Musik:  Disgraced Disaster

Jutta Heinrich, studierte Sozialwissenschaften und Germanistik. Abschluss als Diplom-Sozialpädagogin. Sie ist Autorin von Romanen, Theaterstücken, Essays, Erzählungen, Kabarett-Texten. Zahlreiche Veröffentlichungen und Beiträge für den Rundfunk. Für Ihre literarischen Arbeiten erhielt sie mehrere Stipendien und Preise. Mitglied des PEN : Seit 2004 vermehrt Lehrtätigkeiten, u.a. Leiterin eines interkulturellen Theaterprojekts in Augsburg. Bis 2009 Gastprofessur für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.
 

 

   © Magda Kryjak

Polnisch-Deutsche Lesung
Szczepan Twardoch liest aus seinem Roman  Drach

Aus dem Polnischen von Olaf Kühl

Datum:     Dienstag, 5.7.     
Zeit:  20.00 Uhr        
Eintritt:    €  6,--  
Ort:           Buchhandlung Christiansen, Bahrenfelder Straße 79, Altona
Kooperation mit literatur altonale, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, dem Rowohlt Verlag
 

In seinem neuen Roman lässt Szczepan Twardoch die Erde selbst erzählen: Vom Drama zweier Männer und ihren schlesischen Familien. Ein grandioser Reigen vom Werden und Vergehen, von Liebe und Sehnsucht, von Eifersucht und Hass. Mit seinem neuen Roman Drach hat Twardoch den Publikumserfolg seines Romans Morphin noch übertroffen. „Die Klarheit dieser Erzählweise fasziniert und begeistert.“ (Tygodnik Powszechny), und Gazeta Wyborcza meinte: „Drach wartet mit phantastischen, meisterhaft geschriebenen Episoden auf…“ Twardoch gilt als herausragende Stimme der jungen polnischen Literatur. Mit  Morphin gelang ihm der Durchbruch. Er wurde für die wichtitgsten Literaturpreise nominiert (ausgezeichnet u.a. mit dem Polytika Passport-Preis).

Moderation und Übersetzung:  Pawel Sprawka
Lesung deutscher Text: Michail Paweletz

Szczepan Twardoch, geb. 1979, lebt mit seiner Familie in Pilchowice/Schlesien.

 

 

         ©Larissa Bender und © Ahamad Kattab

Flucht. Davor.Danach
 

Datum:     Montag, 11.7.    Zeit: 19.30 Uhr      Eintritt:     € 4,--
Ort:           W 3 , Nernstweg 32-34, Altona  
Kooperation mit literatur altonale und der Werkstatt 3

Berzan Kejo und Rosa Yassin Hassan sind aus politischen Gründen aus Syrien geflohen. Sie geben in ihrer Literatur Auskunft über Hintergründe, Entscheidungen und Neuanfänge, die eine Flucht mit sich bringt. Kejos Erstling „Ro Jin – Sonne des Lebens“ erzählt die Geschichte des syrischen Kurden Dilo, der nach Paris flieht. Der Weg ist weit. Es erwarten Dilo Versuchungen und Anfeindungen, Freundschaft und Verrat, Gewalt und Liebe und viele neue Fragen. Eines verliert er auf seinem Weg jedoch nicht: den Wunsch nach einem freien, selbstbestimmten Leben unter Gleichen, ohne Vorurteile und Repression. Im Zentrum von Rosa Yassin Hassans Roman Wächter der Lüfte steht die junge Syrerin Anat Ismail, die als Dolmetscherin für Flüchtlinge arbeitet. Sie ist nicht nur Schnittstelle zahlreicher individueller Leidensgeschichten von Flüchtlingen. Neben ihren eigenen schwierigen Lebensumständen wird sie Zeugin von Schicksalsschlägen ihr nahe stehender Personen. Dabei begegnet sie Menschen, die verfolgt und gebrochen wurden.

Lesung deutscher Text: Jutta Heinrich, Mitglied des PEN

Rosa Yassin Hassan, geboren 1974, in Damaskus, studierte zunächst Architektur. Heute arbeitet sie vor allem als Literaturkritikerin für verschiedene arabische Zeitungen. Sie ist Gründungsmitglied des syrischen Vereins Frauen für Demokratie und hat mehrere Erzählungen und Romane veröffentlicht. Ihr Roman Ebenholz erschien im Alawi Verlag. In Syrien wird Rosa Yassin Hassan wegen ihrer literarischen und journalistischen Arbeit und ihres Einsatzes für Menschenrechte und Demokratie verfolgt. Sie selbst sagt, sie habe die drei Tabus der arabischen Welt verletzt: Politik, Religion, Sexualität.  Lange Zeit berichtete sie auch in deutschen Medien (u.a. der FAZ) über den Alltag der Menschen in Syrien. Ende 2012 flüchtete sie mit ihrem Mann und ihrem zehnjährigen Sohn nach Deutschland.   Sie war zunächst Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung, danach Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. Seit 2015 Mitglied des deutschen PEN. Rosa Yassin Hassan kann nicht zurück nach Syrien, denn dort wird nach ihr gesucht. 2013  erhielt sie den Coburger Rückert-Preis.

Berzan Kejo, wurde als Sohn kurdischer Eltern in Quamischlo, Syrien, geboren. Seit seiner Flucht lebt er in Deutschland. Er ist Maler, Bildhauer, Designer und Filmemacher. RO  JÎN  Sonne des Lebens ist sein erster Roman.  

 

Die Arbeit des Literaturzentrums wird gefördert von der Kulturbehörde und der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg

Sie erreichen das Literaturhaus Hamburg mit der U3 bis Uhlandstraße oder mit den Buslinien: Metrobus 6, Bus 172, Bus 173 oder Schnellbus 37 bis Haltestelle Mundsburger Brücke

Literaturzentrum Hamburg
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg
Internet: www.lit-hamburg.de

Ort – soweit nicht anders vermerkt –
Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38