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Veranstaltungen im Januar


anders schreiben, anders verlegen
Gustav Mechlenburg stellt den Textem Verlag vor und
Carsten Klook liest aus seinem neuen Roman
Stadt unter

Montag, 16.01.2012, 20.00 Uhr,
Literaturhaus, Schwanenwik 38


Marc macht eine Wasserleiche am Elbufer vor Lauenburg zum Ausgangspunkt für ein Drehbuch zu einem TV-„Tatort“. Daraus wird ein Katalog der Möglichkeiten, der auslotet, wie man um eine fiktive Tote eine Kriminalgeschichte spinnt. Carsten Klooks Stadt unter ist ein Roman über das Schreiben, das Sehen und die Täuschungen, ist Liebesgeschichte, Mediensatire und Metakrimi gleichermaßen. „… Klook überrascht mit neuen Sprach- und Bilderspielen, nimmt Worte und Bedeutungen auseinander. Er verquickt Tagebuch- und Boulevardstil ebenso gekonnt, wie er Rituale, Missverständnisse und Klischees seziert …“ (RZkultur)

Carsten Klook , geb. 1959, lebt als Schriftsteller und Kulturjournalist in Hamburg. Von ihm erschienen u.a. Korrektor, Roman, TV-Lounge – In- und Auslandsverbindungen, Erzählungen, shortstories, Gedichte, Prosaminiaturen, Hörstücke sowie ein Cartoonband.



Lyrik zur TeaTime im Literaturhaus
Hellmuth Opitz liest aus seinem Gedichtband
Die Dunkelheit knistert wie Kandis

Charlotte Ueckert liest aus ihrem Gedichtband
Dein Haar ist mein Nest
 
Margot Schroeder liest aus ihrem Gedichtband
Testament der Augenblicke

Sonntag, 22.01.2012, 17.30 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38


„Gedichte sind kein Luxus, sie gehören zu unserem Existenzminimum“, schreibt Elisabeth Borchers und weiter

… das Gedicht ist uns selbst auf der Spur, es zeigt uns Wege, die wir verlassen haben, die wir finden oder wieder finden müssen, wenn wir auf dem Weg zu uns selbst sind. Darum sind Gedichte unverzichtbar …“

Ein Vorgeschmack auf die Lesung

Hellmuth Opitz

Je tiefer die Dunkelheit, desto wacher im Cockpit
dieses Audi A6 auf der A7 nordwärts, die Nacht knistert wie Kandis, dem man  Tee zufügt oder Geschenkpapier, in das Sterne verwickelt sind, überhaupt eine Nacht, durch die man gleitet wie durch einen Ärmel schwarzer Seide …
Auszug aus dem Gedicht Distanzen, Stimulanzen

Charlotte Ueckert

Eurydike

Im Totenreich leben
Im schönsten Schatten
Unter dem Kirschbaum
Warten mit Früchten
Im Mund auf Orpheus
Sein Lied habe ich
In der Frühe gehört
Ich ein sich auflösender
Nebelstreif

Margot Schroeder

Mit Tränen in den Augen
Und meinem Erinnerungsgepäck
irre ich durch die Nacht
und suche mein Jetzt.
Vor den verlassenen Gehwegen
Autobuckel an Autobuckel
im Laternenlicht Fragezeichen
zwischen Stillstand und Ziel
sie könnten meine Geschwister sein.
Orientierungslos bleibt mein Blick
am Himmel hängen

Hellmuth Opitz, geb. 1959 in Bielefeld. Mehrere Aufenthalte in London, Amsterdam und New York. Ab 1991 Texter in einer Werbeagentur, seit 1998 dort als Creative Director und Geschäftsführer tätig. Veröffentlichte zahlr. Gedichtrbände und Kurzgeschichten.

Charlotte Ueckert studierte Literaturwissenschaft, Psychologie und Kunstgeschichte und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg. Seit 2007 Mitglied des österreichischen P.E.N. Sie veröffentlichte Prosa, Biografien,   mehrere Lyrikbände und ist außerdem Herausgeberin von Anthologien. Ihre Gedichte wurden ins Serbo-Kroatische, ins Rumänische, Persische und ins Polnische übersetzt.

Margot Schroeder hat lange in Hamburg gelebt, später in Düsseldorf und heute in Essen. Sie hat zahlreiche Romane, Gedichtbände, Jugend- und Kinderbücher (u.a. bei Rowohlt) veröffentlicht und wurde mit vielen Preisen (u.a. dem Alexander-Zinn-Preis der Hansestadt Hamburg), Arbeits- und Aufenthaltsstipendien ausgezeichnet. Lyrik ist ein wichtiger Bestandteil ihrer literarischen Arbeiten.

Charlotte Ueckert moderiert



 

Veranstaltungen im Februar


Hamburger KrimiLeseFrühstück
Carmen Korn liest aus ihrem Roman Vorstadtprinzessin (cbt)

Samstag, 04.Februar, Lesung 11.00 Uhr
(Frühstück ab 9.30 Uhr)
Literaturhauscafé, Schwanenwik 38

Wieder wurde in einem Wald am nördlichen Stadtrand von Hamburg ein junges Mädchen erwürgt aufgefunden. Sie hatte auffällig blonde Haare, trug Fellstiefel mitten im Sommer und stammte aus Harburg. Kommissar Lüttich sieht sich bald mit einer Reihe verdächtiger Personen und Verbindungen konfrontiert. Da ist die Freundschaft zwischen Theo und Lucky, zwischen die sich die undurchschaubare Leni aus reichem Hause drängt. Es gibt den  alten Ellerbek, der noch schwer an einer großen Schuld seines Sohnes vor vierzig Jahren trägt. Und in einer Kneipe mit dem seltsamen Namen „Lichtgrün“ hinter der Stadtgrenze verbringen die Mitglieder eines Männerchors gerne ihre Abende. Carmen Korn gelingt es aufs Beste, einen Kriminalfall mit einer Sommergeschichte junger Heranwachsender in der Vorstadt zu verbinden. Schon nach wenigen Seiten baut sich eine Spannung auf, die eher unterschwellig entsteht und sich „mal pulsierend, mal fein geschliffen Bahn bricht.“ (Hamburger Abendblatt). „Eine perfide Schreibstrategie, die aufgeht“ (Buchjournal).

Carmen Korn, geb. 1952 in Düsseldorf, lebt als Journalistin und Autorin in Hamburg. Sie war Redakteurin beim „Stern“ und arbeitet für „Brigitte“ und die „Zeit“. Für ihre Kriminalerzählung „Tod in Harvestehude“(1998) erhielt sie den Philip-Marlowe-Preis, ihre Kurzgeschichte „Unter Partisanen“(2003) wurde mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Ihr Roman „Thea und Nat“ (1989) wurde vom ZDF verfilmt.
Eintritt: € 16,- (inkl. Frühstück), Anmeldung erforderlich. Kartentelefon 227 92 03 oder Mailto: lit@lit-hamburg.de



Neue Bücher Hamburger Autoren
Daniel Dubbe liest aus UNDERGROUND oder Die Bewährung (MaroVerlag)

Sonntag, 12. Februar, TeaTimeLesung 17.30 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38

Underground, Hamburg und die Siebziger sind der Stoff, aus dem Daniel Dubbes  ereignisreiche Geschichten entstehen. Es ist die Zeit nach dem großen Aufbruch und den maßlosen Träumen, die Jahre, in denen „… die Freiheiten, die sich die Jugend in den 60ern erkämpfte, genossen, gelebt, erlitten wurden.“ (Hamburger Abendblatt) Mit seinem vor einem Jahr erschienenen Roman Jungfernstieg oder Die Schüchternheit ist Daniel Dubbe bereits eingetaucht „ … in die brodelnde Ursuppe der freizügigen Bilderstürmer. In Hamburg schwappte die etwas dickflüssiger als anderswo, aber sie schwappte. Daniel Dubbe war dabei, als die Haare länger wurden, und damit ist der Hauptgrund genannt, warum auch Underground in einem milden Licht leuchtet. Dubbe selbst ist der Protagonist.“ (Welt Online). Er nimmt „…. sich und seine Zeit genau in dem Maße ernst, dass die wilden Jahre weder desavouiert werden, noch einen Glorienschein bekommen.“ (Hamburger Abendblatt) Daniel Dubbe ist „… schnell und direkt, er schreibt nach der Devise „Kein Gramm Fett“ (Martin Brinkmann).

Daniel Dubbe, Schriftsteller, Journalist, Drehbuchautor und Übersetzer (von u.a. Emmanuel Bove) studierte Germanistik und Romanistik in Hamburg, Göttingen und Aix-en-Provence. 1975 promovierte er mit einer Arbeit über Henri Michaux zum Dr. phil. Seit 1975 freier Autor für den Rundfunk und verschiedene Printmedien. Seit Mitte der 70er verschiedene Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (u.a. Krachkultur). Zwischen 1974 und 1983 Mitherausgeber der Zeitschrift Boa Vista. 1984 erschien Wilde Männer, wenig Frauen, 1995 sein erster Roman Bessere Tage, danach u.a. Hart auf hart, Tropenfieber. Seine beiden Interviewbücher mit Thorwald Proll und Gabriele Rollnik lieferten wichtige Beiträge zur Diskussion über die RAF.



Neue Bücher Hamburger Autorinnen
Monique Schwitter liest aus ihren Erzählungen Goldfischgedächtnis (Droschl)

Mittwoch, 15. Februar, 19.30 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38


Wozu haben wir ein längeres Gedächtnis als Goldfische? Um den Geheimnissen unserer Erinnerung nachzugehen, der Spannung zwischen Vergessen und Erinnern. „Monique Schwitter schreibt verstörend direkt und mit ausgeprägtem Gespür für dramatische Konstellationen. Die in Hamburg lebende Schweizer Autorin verbindet gewandt Form und Inhalt zu Parabeln über das, was wir als langes oder kurzes Gedächtnis nur allzu  gut kennen.“ (DRS 2). In fast allen ihrer Geschichten blicken wir in die Schrecken von Beziehungen und Begegnungen, dorthin, wo es ans Eingemachte geht. Kann man das Leben mit dunklen Geschichten erhellen? Man kann. Denn Monique Schwitter geht „… an die Grenze von Tragik und Komik, Trostlosigkeit und Hoffnung, Liebe und Unberührtheit, Leben und Tod. Man merkt nach einer Seite, dass sie weiß, wovon sie spricht. Und das ist heute eine Ausnahme …“ (Margit Schreiner, Volltext). „… ein eigenwillig ruppiger Ton, präzis und auf lässige Weise lückenhaft, komisch und mitunter sehr ernst.“ (Daniela Strigl, Falter). „Dieses außerordentliche Buch fährt den Leser gegen die Wand.“ (Süddeutsche Zeitung)

Monique Schwitter, geb. 1972 in Zürich, lebt seit 2005 in Hamburg. Sie hat in Salzburg Schauspiel und Regie studiert und war u.a. an den Schauspielhäusern in Zürich, Frankfurt, Graz und Hamburg engagiert. Für ihr erstes Buch Wenn’s schneit beim Krokodil erhielt sie 2006 den Robert-Walser-Preis für das beste Debüt des Jahres; außerdem den Förderpreis der Schweizer Schiller-Stiftung. Ihr Roman Ohren haben keine Lider erschien 2008.

Jutta Heinrich moderiert



Benjamin Lebert liest aus seinem neuen Roman Im Winter dein Herz  (Hoffmann und Campe)

Mittwoch, 22. Februar, 19.30 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38


Benjamin Lebert ist „… ein literarisches Talent, dessen Weg wir gespannt verfolgen.“ (Der Tagesspiegel). Sein neuer Roman handelt von Freundschaft und ungewöhnlichen Wegen, der Kälte zu entfliehen. Während sich beim ersten Schnee Menschen in ihre Häuser zurückziehen und wie die Tiere Winterschlaf halten, bleiben drei in einem kleinen Ort Gestrandete wach und machen sich auf ihren Weg in den Süden. Dabei durchqueren sie ein Land, das man zu kennen glaubt, doch die verschlossenen Fensterläden und das Schweigen der Häuser erzählen von tiefen, unbekannten Träumen. Viele stellen sich Benjamin Lebert, der als Jugendlicher seinen ersten großen Erfolg als Buchautor erlebte, als jemanden vor, der mehr als jeder andere dazu gehört. Ihn aber interessiert die Glitzerwelt nicht, sie sei nicht real, sagte er in einem der Interviews und beschrieb sich als einen
alleinigen Menschen: Ein Grundgefühl, das der Erfolg nicht aufheben kann. Auf gar keinen Fall wolle er ein  Popstar der Literatur oder Sprachrohr einer Generation sein. „Das Leben ist wie das Licht einer Laterne, die sich im dunklen Wasser spiegelt“ (Benjamin Lebert).

Benjamin Lebert, geb. 1982,  hat mit zwölf Jahren angefangen zu schreiben. 1999 erschien sein erster Roman Crazy, der in 33 Sprachen übersetzt und von Hans-Christian Schmid verfilmt wurde. Der Vogel ist ein Rabe, sein zweiter Roman, kam 2003 heraus, danach Kannst du. Zuletzt erschien Flug der Pelikane.

Constanze Neumann moderiert 
Mit Unterstützung des Hoffmann und Campe Verlags



Inka Parei liest aus ihrem neuen Roman Die Kältezentrale (Schöffling & Co.)
Ausgewählt für LiteratourNord

Dienstag, 28. Februar, 19.30 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38


Inka Parei ist „… ein Name, der bei Literaturkennern hoch gehandelt wird.“ (NDR) Nach Die Schattenboxerin und Was Dunkelheit war ist Die Kältezentrale Pareis dritter Blick ins Zentrum deutscher Geschichte. Der Erzähler des Romans ist ein Mann, der in den achtziger Jahren als Handwerker in Ost-Berlin gearbeitet und später die DDR verlassen hat. 2006 bekommt er einen Anruf von seiner früheren Frau, die in einem Krankenhaus auf die exakte Diagnose ihrer Krebserkrankung wartet. War ein aus der Ukraine kommender Lastwagen, mit dem sie in Berührung kam, verstrahlt? Um zu helfen, fährt er zu ihr und versucht, die Ereignisse einiger Tage Anfang Mai 1986 zu rekonstruieren. Schnell beginnen ihm die Tage in Berlin zu entgleiten, werden zu einer verzweifelten Suche nach Orientierung.  
„… lässt man sich mit Inka Parei auf die fieberhafte Suche nach der einen, der gültigen Wahrheit ein, wird es spannend wie im Thriller.“ (FAZ) „… Die Kältezentrale ist ein raffiniertes Verwirr- und Puzzlespiel. Der Roman handelt von der Unzuverlässigkeit der Erinnerung, von Gedächtnislücken und falschen Erinnerungen, vom Verlust der Orientierung und vom Zersplittern einer unfesten Ich-Identität in fragmentierte Teil-Identitäten.“ (Sigrid Löffler, RBB-Kulturradio).

Inka Parei, geb. 1967 in Frankfurt a.M., lebt seit 1987 in Berlin. Ihr erster Roman Die Schattenboxerin wurde 2000 mit dem Hans Erich Nossack-Preis ausgezeichnet und ist in 13 Sprachen übersetzt worden. 2003 wurde sie für den Anfang ihres Romans Was Dunkelheit war  mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Kelag-Publikumspreis ausgezeichnet. 2009 erhielt sie das Heinrich-Heine-Stipendium.

Carola Ebeling moderiert


Eintritt bei allen Veranstaltungen – soweit nicht anders angegeben – Euro 7,-/erm. 4,-  (Studenten, SchülerInnen, Mitglieder des Literaturzentrums, Arbeitslose)

Die Veranstaltungen des Literaturzentrums werden gefördert von der Behörde für Kultur, Sport und Medien

  

Sie erreichen das Literaturhaus Hamburg mit der U2 bis Uhlandstraße oder mit den Buslinien: Metrobus 6, Bus 172, Bus 173 oder Schnellbus 37 bis Haltestelle Mundsburger Brücke.

Veranstaltungsort – soweit nicht anders vermerkt: Literaturzentrum im Literaturhaus, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg

 Kartenreservierungen
montags – freitags, 11.00 Uhr – 18.00 Uhr
Telefon 227 92 03 / 207 69 037
FAX an 229 15 01
per e-mail an:  lit@lit-hamburg.de


 

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