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Veranstaltungen im Mai 2012



Hamburger LeseFrühstück
Lesung mit Nicol Ljubić und Selim Özdogan
aus der Anthologie Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit
(Hg.: Nicol Ljubić, Hoffmann und Campe)

Samstag, 5.05., Frühstück ab 9.30 Uhr
Lesung um 11.00 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38

Sie sind Deutsche wie andere auch, egal, wie sie heißen. Siebzehn deutsche Schriftsteller und Schriftstellerinnen erzählen von ihren Erfahrungen in einem Land, das sie Heimat nennen und werfen einen neuen Blick auf das, was uns fremd erscheint. Sie heißen Ljubić, Müller, Bánk, Gorelek oder Özdogan, und man nennt sie „Deutsche mit Migrationshintergrund“.  Deutsch ist für manche die einzige Sprache, die sie akzentfrei sprechen.  Doch Autoren oder Autorinnen mit türkischen, kroatischen oder anderen Wurzeln werden immer noch vorschnell auf den Aspekt ihrer Vorfahren und das Land ihrer Eltern festgelegt, manchmal sogar reduziert. Aber viele Autoren und Autorinnen sehen sich als ganz normale SchriftstellerInnen,  als Chronisten und Kommentatoren unserer gegenwärtigen Gesellschaft.  „Bei allem, das Thilo Sarrazin zerstört hat – etwas hat er auch bewirkt: diese schön zu lesende Anthologie nämlich. Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit ist ein gutes Buch und ein wichtiges, weil Herausgeber Nicol Ljubić und seine Mitstreiter mit viel persönlichem Einsatz zu reparieren versuchen, was durch die Sarrazin-Debatte kaputt gegangen ist.“ (BR B5 aktuell).
Das Buch zeigt eine Wirklichkeit in Deutschland, die bei ‚Integrationsgipfeln’ oder ‚Integrationskonzepten’ oft und gern ausgeblendet  wird: die alltägliche Integrationsverweigerung der Mehrheitsgesellschaft.

Nicol Ljubić, geb. 1971 in Zagreb, ist als Sohn eines Flugzeugtechnikers in Schweden, Griechenland, Russland und Deutschland aufgewachsen. Er studierte Politologie, arbeitet als freier Autor und Journalist und lebt in Berlin. Für seine Reportagen wurde er  mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem n-ost Reportagepreis. 2010 erschien sein zweiter Roman Meeresstille; hierfür erhielt er in 2011 den Chamisso-Förderpreis der Robert Bosch Stiftung..

Selim Özdogan wurde 1971 in der Türkei geboren und kam als Kind mit seinen Eltern nach Deutschland. Er begann nach dem Abitur ein Studium, brach es ab und versuchte sich als Musiker. Sein Wunsch war es immer, Schriftsteller zu werden. Sein erster Roman Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist erschien 1995. Seitdem hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht. Zuletzt erschien der Roman Heimstraße 52 (2011).

Eintritt: Euro 16,-/erm. 13,- für Mitglieder)
Anmeldung erforderlich. Kartentelefon 227 02 03
oder Mailto: lit@lit-hamburg.de




Französisch-Deutsche Lesung
Hélène Grémillon liest aus Le Confident/
Das geheime Prinzip der Liebe  (Hoffmann und Campe)
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz

Donnerstag, 10.05., 19.30 Uhr
Literaturhaus,Schwanenwik 38

In Frankreich wurde Hélène Grémillons Debüt Das geheime Prinzip der Liebe auf Anhieb zum Bestseller. Inzwischen erscheint der Roman in mehr als zwanzig Ländern. Der Figaro schwärmte von ihr als einer Autorin, die durch ihre erzählerische Meisterschaft und durch ihren  enormen Sinn für Spannung überzeugt. Paris in den 70er Jahren: Camilles Mutter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Unter den vielen Beileidsbekundungen ist der rätselhafte Brief eines Unbekannten, der von seiner Lebensliebe Annie erzählt. Erst glaubt Camille an eine Verwechslung, doch dann folgen weitere Briefe, die ihr bewusst machen, dass diese traurige Geschichte weit mehr mit ihr zu tun hat, als ihr lieb ist  Die junge Malerin Annie hatte sich in den 40er Jahren bereit erklärt, für ihre kinderlose Gönnerin ein Baby zu empfangen. Was gut und liebevoll gemeint war, wird bald zur Quelle von Eifersucht, Misstrauen und Wut. Eines Tages verschwindet Annie, ohne eine Spur zu hinterlassen …
„Ein gelungenes Erstlingswerk über das Leben, die Liebe, Familiengeheimnisse …Hélène Grémillon versteht es, den Leser mit ihrer schönen Sprache abzuholen und nicht mehr loszulassen. Die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit führen dazu, immer weiter lesen zu wollen…“ (Hugendubel – Die Welt der Bücher).

Hélène Grémillon wurde 1977 in Poitou geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft, arbeitete als freie Journalistin, Drehbuchautorin und Regisseurin und lebt heute mit dem Sänger Julien Clerc und ihrem Sohn in Paris. Für Das geheime Prinzip der Liebe (Le Confident) wurde sie mit dem Prix Roblès ausgezeichnet.

Zur Übersetzerin: Claudia Steinitz übersetzt seit zwanzig Jahren Literatur aus Frankreich und der Schweiz, u.a. Werke von Véronique Olmi, Justine Levy, Bertina Henrichs und Claude Lanzmann.

Catherine Boivin dolmetscht und liest den deutschen Text
In Kooperation mit dem Institut Français de Hambourg
und dem Hoffmann und Campe Verlag



Frederike Frei liest aus ihrem ersten Roman
Weg vom Festland (Achter Verlag)

Montag, 14.05., 19.30 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38

Frederike Frei wurde abwechselnd als „Bundes-, Bauchladen- und Auftragsdichterin“, als „Wanderpoetesse oder Wörterfrau“ bezeichnet. Zweifellos gilt sie als vitalste Akteurin der Schreibbewegung. Ende der 70er Jahre war sie u.a. die Organisatorin der ersten Dichter-Demo in Hamburg. Sie gründete  das Schreiblabor, war Mitbegründerin des Hamburger Writers Room e.V., und initiierte 2000 das Literaturradio e.V.  Nach zahlreichen Lyrikpublikationen, Hörspielen und Performances hat sie jetzt ihren ersten Roman veröffentlicht: Weg vom Festland. Beschrieben werden 27 Tage auf einer Nordseeinsel um 1990. Es geht um die Freiheit einer Frau, im Freien zu leben,,  losgelöst von Stress und Ärger und zu lieben, wen immer sie will.  Schon auf der Fähre
sieht sie einen Mann, der sie fasziniert . Er ist Musiker, lebt in einem festen Haus und will ebenfalls das Festland hinter sich lassen … samt  Ehefrau.

Frederike Frei, geb. 1945, in Brandenburg, aufgewachsen in Rotenburg, Bonn und Hamburg. Sie lebt heute in Potsdam und im Wendland. Studium der Germanistik, Theologie und Theaterwissenschaft. Schauspielausbildung. Mitwirkung in Serien, Fernsehfilmen (u.a. im Tatort) und Engagements an Theatern in Wilhelmshaven, Verden und den Hamburger Kammerspielen. Zahlreiche Lyrikpublikationen, Performances und Hörspiele. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie mit Preisen und mehreren Stipendien ausgezeichnet.

Alexander Häusser moderiert
Im Anschluss an die Lesung stellt Wolfgang Orians den Achter Verlag vor
 


Englisch-Deutsche Lesung
Helen Walsh liest aus ihrem Roman
Go to sleep/Ich will schlafen (Kiepenheuer & Witsch)
Aus dem Englischen von Maria Hummitzsch

Mittwoch, 23.05., 19.30 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38

Helen Walsh erzählt in ihrem Roman Ich will schlafen die Geschichte einer jungen Frau, die voller Erwartung ihre Schwangerschaft erlebt. Nach der Geburt aber ist alles anders als erwartet; der Traum vom Kind verwandelt sich in einen Albtraum. Der Junge schreit pausenlos und wird auch durchs Stillen nicht ruhig. Sein unstillbares Weinen treibt die  Mutter fast in den Wahnsinn. Keiner sieht das Ausmaß ihres Schlafmangels. Einerseits liebt Rachel ihren Sohn, anderseits würde sie alles dafür tun, damit er endlich schweigt. Helen Walsh hat „ein zorniges Trostbuch für junge Mütter“ (Deutschlandradio Kultur) geschrieben. Tausende von Leserinnen dankten ihr für dieses mutige Buch. „Es gibt diesen Mythos vom Muttersein, wonach Frauen nach der Geburt in einem Meer von Mutterglück baden. Wenn man dann sagt, ‚ich komm’ nicht klar mit der Situation’, sehen das viele als Scheitern an.“ (Helen Walsh). Ich will schlafen ist  „ … eine brandgefährliche Mischung aus roher Emotion und tiefstem Mitgefühl. Dies ist kein Roman über Schrecken, Schmerz oder Einsamkeit, sondern ein Buch über das Leben selbst.“ (Independent on Sunday). „Ihr Blick auf die Welt ist gnadenlos, ihr Ton bezwingend, die Sätze eine Wucht in ihrem Bemühen um Authentizität … es ist ein schonungsloses Buch, voller Zweifel und Wut im Bauch. Ob Mutter oder Nicht-Mutter, todmüde oder hellwach, strauchelnd oder glücksverwöhnt: Man sollte es lesen.“ (Hamburger Abendblatt)

Helen Walsh wurde 1976 in Warrington geboren und lebt heute im nicht weit entfernten Liverpool. Mit 16 Jahren zog sie nach Barcelona und studierte Sprachen. Ihr Debütroman Brass (Millie) gewann den Betty Task Prize und sorgte wegen seiner drastischen Schilderung von Sex, Drogen und Partys für viel Aufsehen. In Großbritannien sowie in Deutschland war er ein großer Erfolg. Auch für ihren zweiten Roman Once Upon A Time in England, der mit dem Somerset Maugham Prize ausgezeichnet wurde, begeisterten sich die Kritiker. 

Milena Karas liest den deutschen Text
Barbara Derboven dolmetscht
Mit Unterstützung des Kiepenheuer & Witsch Verlags

 

Debütantenbörse 8
Für die neue Debütantenbörse können Schreibanfänger und –anfängerinnen aus Hamburg und Umgebung 7 Seiten Prosa oder Lyrik einreichen (Einsendeschluss: Ende Juli 2012).
Texte bitte mit Angabe der E-Mail-Adressen und Telefon-Nrn. an:
Vorstand des Literaturzentrums, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg



Eintritt bei allen Veranstaltungen – soweit nicht anders angegeben – Euro 7,-/erm. 4,-  (Studenten, SchülerInnen, Mitglieder des Literaturzentrums, Arbeitslose)

Die Veranstaltungen des Literaturzentrums werden gefördert von der
Kulturbehörde Hamburg  

  Sie erreichen das Literaturhaus Hamburg mit der U2 bis Uhlandstraße oder mit den Buslinien: Metrobus 6, Bus 172, Bus 173 oder Schnellbus 37 bis Haltestelle Mundsburger Brücke.

Veranstaltungsort – soweit nicht anders vermerkt: Literaturzentrum im Literaturhaus, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg

 Kartenreservierungen
montags – freitags, 11.00 Uhr – 18.00 Uhr
Telefon 227 92 03 / 207 69 037
FAX an 229 15 01
per e-mail an:  lit@lit-hamburg.de


 

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